Psychosomatik

Früher trennte man den Menschen in Seele (Psyche) und Körper (Soma). Dies entspricht dem dualistischen Psychosomatik-Begriff. Die heutigen modernen wissenschaftlichen Erkenntnisse gehen weit über diese einfache Sichtweise der Zweiteilung in Seele und Körper hinaus. Sie bestätigen ein andauerndes komplexes sich ständig anpassendes Verflochtensein von Körper, Gefühlen und Umfeld. Traditionell wird weiterhin der Begriff Psycho-Somatik verwendet, auch wenn ein komplexes bio-psycho-öko-soziales Verständnis die psychosomatischen Denk- und Handlungsleitlinien bestimmt.

  • Unter dem Begriff Psychosomatik wurden früher ausschließlich Beschwerden und Erkrankungen zusammengefasst, für die man keine organischen Ursachen finden konnte. Man meinte, sie seien sozusagen „psychisch" bedingt.

  • Das heutige Fachgebiet der Psychosomatik aber bezeichnet jenen Bereich der Medizin, in dem die Berücksichtigung der vielschichtigen Wechselwirkungen und Zusammenhänge zwischen Körper, Gefühlen und beruflichem und privatem Umfeld für den Heilungs- und Genesungsprozess von Beschwerden und Erkrankungen erforderlich und hilfreich ist.

  • Psychosomatik ist so gesehen, die Wissenschaft und Heilkunde von den wechselseitigen Beziehungen psychischer, sozialer und körperlicher Vorgänge in ihrer Bedeutung für Gesundheit und Krankheit von Menschen. Sie befasst sich mit leib-seelischen Vorgängen im Gesunden und Kranken, zeigt sich in einer bio-psycho-öko-sozialen Grundhaltung und betrifft die Allgemeinmedizin ebenso wie alle medizinischen Fachrichtungen.

  • Mit dem klinischen Fachgebiet Psychosomatik wird eine Spezialdisziplin benannt, die sich wissenschaftlich und in ihrem Versorgungsauftrag für die Bevölkerung mit jenen Krankheitsbildern befasst, bei deren Entstehung und Aufrechterhaltung körperliche, seelische, geistige und soziale Zusammenhänge und Wechselwirkungen zentrale Beachtung finden und auch in der Behandlung von Störungen Bedeutung haben. Dieses Konzept einer ganzheitlichen Heilkunde ist für die erfolgreiche Behandlung psychosomatischer Erkrankungen von großer Bedeutung.

  • Psychosomatische Medizin ist eine fächerübergreifende Denk- und Arbeitsweise in Diagnostik und Therapie bei Krankheitszuständen, die über die organmedizinische Sichtweise hinausgehend, auch emotionale Faktoren und die gesamte Lebenswelt mit einbezieht.

Immer dann, wenn 
  • seelisch-emotionales Unbehagen, wie Angst, Depression, Burn-Out oder 
  • belastende soziale Situationen, wie Mobbing, Beziehungskrisen oder 
  • körperliche Erkrankungen und Behinderungen 
  • Stress erzeugen und Schmerzen, Beschwerden sowie Kranksein verursachen oder verschlechtern, 
dann ist Fachwissen der Psychosomatik gefragt. 


Etwa ein Drittel der PatientInnen in einer Allgemeinpraxis leidet an körperlichen Beschwerden, die sich organmedizinisch fürs Erste nicht erklären lassen.
  • Die PatientIn fühlt sich krank oder hat Schmerzen und Beschwerden, die HausärztIn aber „findet bei der herkömmlichen medizinischen Abklärung nichts". 
  • Oft liegt eine hohe seelisch-emotionale Belastung vor, die vielfältige Ursachen im beruflichen und privaten Umfeld der Erkrankten haben können.
  • Ein endloser Irrweg von einem Spezialisten zum anderen mit vielen kostspieligen Untersuchungen kennzeichnet den Leidensweg.
Hier ist der psychosomatisch tätige Arzt, die psychosomatisch tätige Ärztin gefragt.